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Der Klassiker verspricht Hochspannung

Der Radsport-Sommer kann beginnen: Mit gleich zwei Anlässen startet am Wochenende die Radrenn-Saison in Graubünden. Nach dem Auftakt beim kurzen Zeitfahren Cazis-Rhäzüns am Samstag steht am Sonntag, 3. Mai, mit dem traditionsreichen Rennen von Ilanz nach Vals gleich ein Klassiker auf dem Programm und verspricht Hochspannung: Vorjahressieger Matteo Badilatti muss passen – damit kommen gleich mehrere Fahrer für seine Nachfolge in Frage.

Mit Abschluss der Voranmeldungen liegen die Anmeldezahlen für Ilanz-Vals derzeit gut 50 Prozent über denen des Vorjahres. «Das motiviert natürlich in der letzten Vorbereitung», so Marcus Derungs, der nach der Neulancierung des Rennens im zweiten Jahr für die Organisation verantwortlich zeichnet. «Die erfolgreiche Premiere hat sich offenbar herumgesprochen. Das bestätigt uns in der Idee, das Rennen wieder durchzuführen und als kleinen, aber feinen Anlass zum Saisonstart neu zu etablieren.» Unter anderem sind mit Mathias Arpagaus, Daniel Christen, Silvio Walder, Flavio Derungs, Judith Huonder, Roberto Jenal und Andreas Florinett auch gleich sieben ehemalige Sieger gemeldet.

Das Radrennen Ilanz-Vals fand 1978 erstmals statt. Nach sechs Jahren Unterbrechung – die letzte «alte» Austragung des «GP Vals» wurde am 5. August 2007 ausgefahren – ist das älteste Bündner Rennen seit dem Vorjahr mit neuem Team auf der Traditionsstrecke zurück. Verändert worden ist nur der Zielbereich, der sich jetzt nicht mehr am Ortseingang, sondern im Bereich der Schule und damit in der Nähe des Dorfzentrums befindet.

Auf dem Weg dorthin müssen sich die Schnellsten nicht nur mit der Konkurrenz, sondern im Fernduell auch wieder mit dem Postauto messen. Die 38 Minuten, die das «Posti» fahrplanmässig vom Bahnhof in Ilanz, auch Startgelände für das Radrennen, bis zur Post in Vals benötigt, gelten für die potentiellen Sieger als Richtmarke. Im Vorjahr blieb Sieger Matteo Badilatti aus Li Curt im Puschlav knapp darunter. In diesem Jahr überlässt er die Aufgabe anderen. Badilatti musste seinen geplanten Start in Ilanz zu Wochenbeginn wieder absagen. Der 22-Jährige ist durch sein Team für die vom 1. bis 3. Mai zwischen Saint-Amour und Dole stattfindende «Tour du Jura» in Frankreich nachnominiert worden und muss daher sein Projekt Titelverteidigung vergessen.

Erster Kandidat auf den Sieg in Vals ist damit der 20-jährige Lokalmatador Andrin Beeli aus Sagogn, 2013 Schweizer Meister auf dem Bike und im Vorjahr bei Ilanz-Vals Zweiter. Zum engsten Kreis der Favoriten gehören darüber hinaus Sandro Kessler und Mathias Alig. Der 27-jährige Kessler beendete die 21,2 Kilometer von Ilanz nach Vals im vergangenen Jahr als Dritter und entschied den Bündner Cup für sich, Alig wurde vor Jahresfrist in Vals Siebter und landete schon bei der letzten «alten» Austragung von Ilanz-Vals 2007 als Zehnter in den Top-Ten. Ebenfalls ein heisser Anwärter auf eine Top-Platzierung zum Saisonstart ist der Top-Langläufer und Tour-Transalp-Etappensieger Andrea Florinett aus Scuol. Der Sieger von Ilanz-Vals 2005 musste im vergangenen Jahr noch kurzfristig absagen, ist zehn Jahre nach seinem Erfolg für Sonntag aber heiss auf den Formtest. «Viel bin ich noch nicht gefahren, aber schauen wir mal, was geht», so der 35-Jährige.

Bei den Frauen gehören die Vorjahres-Dritte und Bündner-Cup-Siegerin Alessia Nay aus Zizers, die routinierte Transalp-Teilnehmerin Gabriele Bühler vom Engadiner Peto Repower Team sowie die starke Churer Läuferin und Triathletin Nina Zoller, 2011 schon Fünfte beim Engadin Radmarathon, zum engeren Kreis der Favoritinnen. Mit Judith Huonder will auch die Streckenrekordlerin von Ilanz-Vals wieder dabei sein. Die 42-Jährige gehört inzwischen zum Organisationsteam des Rennens. «Es wird das erste Rennen nach mehr als einem Jahr Pause, ich freue mich schon», so Huonder. Vorjahressiegerin Denise Breu muss wie Badilatti passen, hat aber ebenfalls guten Grund – sie ist am 23. April Mutter geworden.

Ältester Teilnehmer des Radklassikers ist aktuell der 79-jährige Salvatore Nuccillo aus Domat-Ems, Jüngster der 13-jährige Jan Jörger aus Ilanz.

Ilanz-Vals ist nicht nur das erste grosse Rennen des Bündner Radsport-Sommers, sondern gleichzeitig auch Auftakt für die Gesamtwertung der drei traditionsreichen Bündner Bergrennen Ilanz-Vals, Andeer-Juf und Chur-Arosa, die unter dem Titel «Raiffeisen-Cup» erstmals eine Gesamtwertung einführen.

Der Start für Ilanz-Vals erfolgt am Sonntag um 11 Uhr am Bahnhof in Ilanz. Dort ist im Bereich der Postauto-Haltestelle auch die Ausgabe der Startunterlagen. Nachmeldungen sind auch vor Ort noch möglich.

Vom Start weg wird das Feld zunächst neutralisiert durch Ilanz geführt und das Rennen dann in Richtung Ortsausgang freigegeben.

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